Sortenhonig
Rhododendronhonig (Tollhonig)
Rhododendronhonig aus der türkischen Schwarzmeerregion stammt aus dem Nektar von Rhododendron ponticum und Rhododendron luteum und enthält Grayanotoxine, Diterpene, die an spannungsgesteuerte Natriumkanäle binden. Vergiftungsfälle sind von Xenophon im Jahr 401 v. Chr. bis zu einer Übersicht über 1199 moderne Fälle dokumentiert. Ein davon getrennter, sehr heller Alpenrosenhonig von R. ferrugineum und R. hirsutum wird in den Alpen und Pyrenäen erzeugt.

Was wir wissen
Herkunft und Pflanze
Tollhonig aus dem Nektar von Rhododendron ponticum wird in der westlichen Schwarzmeerregion der Türkei in großer Menge erzeugt.
Bestätigter Fakt[1]Viele Ericaceae, darunter Rhododendron, enthalten Diterpen-Grayanotoxine; die Belastung von Honig tritt vor allem in der östlichen Schwarzmeerregion der Türkei auf, aus dem Nektar von R. ponticum und R. luteum.
Bestätigter Fakt[2]
Woran man sie erkennt
Ein anderer, sehr heller Rhododendronhonig stammt von Rhododendron ferrugineum, R. hirsutum und ihren Hybriden in den Alpen und Pyrenäen, mit einer Farbe von 12,4 ± 4,0 mm Pfund und unterrepräsentiertem Pollen.
Bestätigter Fakt[4]Die harmonisierte Melissopalynologie gibt für Rhododendronpollen in Rhododendron-Sortenhonigen eine relative Häufigkeit von 15 bis 77 Prozent an, ein Typ, der in manchen Fällen unterrepräsentiert sein kann.
Bestätigter Fakt[5]
Zusammensetzung
Grayanotoxine sind Diterpene, polyhydroxylierte zyklische Kohlenwasserstoffe, und mehr als 25 Isoformen wurden aus Rhododendron isoliert.
Bestätigter Fakt[2]Grayanotoxin 1 und 3 gelten derzeit als die wichtigsten toxischen Isomere, und Grayanotoxin 1 und 2 wurden in Honig, Blättern und Blüten von Rhododendron ponticum gefunden.
Bestätigter Fakt[2]Die Toxizität von Grayanotoxin wird auf seine Fähigkeit zurückgeführt, an die Rezeptorstelle der Gruppe II in spannungsgesteuerten Natriumkanälen zu binden.
Bestätigter Fakt[2]In türkischem Tollhonig aus drei aufeinanderfolgenden Jahren lagen die mittleren Gehalte an Grayanotoxin I und III bei 20,4 ± 1,69 und 8,20 ± 1,93 mg/kg und waren nach sechs Monaten Lagerung unverändert.
Bestätigter Fakt[1]
Menschen und Tradition
Eine systematische Übersicht über 1199 zwischen 1981 und 2014 gemeldete Fälle ergab, dass die häufigsten Beschwerden Schwindel, Übelkeit und Präsynkope waren und dass keine Todesfälle gemeldet wurden.
Bestätigter Fakt[3]Die Übersicht führt die Vergiftungen auf Honig zurück, der aus dem Nektar der Blüten von Rhododendron ponticum und Rhododendron luteum erzeugt wurde.
Bestätigter Fakt[3]Symptome einer Grayanotoxin-Vergiftung treten meist innerhalb von 20 Minuten bis 3 Stunden nach der Aufnahme auf und halten 1 bis 2 Tage an; beim Menschen ist die Vergiftung selten tödlich.
Bestätigter Fakt[2]Grayanotoxinhaltiger Honig, Tollhonig genannt, wurde bereits von Xenophon im Jahr 401 v. Chr. in seiner Anabasis beschrieben; alte und neuere Fälle von Vergiftungen durch Wildhonig werden auch aus Nepal gemeldet.
Bestätigter Fakt[2]
Honey Odyssey beschreibt Zusammensetzung, Herkunft und Tradition. Es gibt keine medizinischen Ratschläge und macht keine gesundheitsbezogenen Aussagen.
Weiter
Quellen
- Kurtoglu A.B., Yavuz R., Evrendilek G.A. (2014) Characterisation and fate of grayanatoxins in mad honey produced from Rhododendron ponticum nectar. Food Chemistry 161, 47-52. doi:10.1016/j.foodchem.2014.03.127 Link
- Jansen S.A., Kleerekooper I., Hofman Z.L.M., Kappen I.F.P.M., Weinzinger A., van der Heyden M.A.G. (2012) Grayanotoxin poisoning: 'mad honey disease' and beyond. Cardiovascular Toxicology 12(3), 208-215. doi:10.1007/s12012-012-9162-2 Link
- Silici S., Atayoglu A.T. (2015) Mad honey intoxication: A systematic review on the 1199 cases. Food and Chemical Toxicology 86, 282-290. doi:10.1016/j.fct.2015.10.018 Link
- Persano Oddo L., Piro R. (2004) Main European unifloral honeys: descriptive sheets. Apidologie 35 (Suppl. 1), S38-S81. doi:10.1051/apido:2004049 Link
- von der Ohe W., Persano Oddo L., Piana M.L., Morlot M., Martin P. (2004) Harmonized methods of melissopalynology. Apidologie 35 (Suppl. 1), S18-S25. doi:10.1051/apido:2004050 Link
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