Bienenpflanze, Mitteleuropa
Picea abies
Gemeine Fichte, Rotfichte
Die Gemeine Fichte ist ein windbestäubter Nadelbaum der Wälder auf sauren Böden, der im Mai blüht und Bienen keinen Nektar bietet. Ihr Wert liegt im Honigtau: Knospenschildläuse (Physokermes) und Rindenläuse (Cinara) scheiden zuckerreichen Honigtau aus, den Honigbienen für Waldhonig sammeln, oft in der mageren zweiten Sommerhälfte. Melezitosereiche Trachten können als nicht schleuderbarer Zementhonig fest werden.

Was wir wissen
Mit dieser Pflanze verbundene Bienen
- Apis mellifera
sammelt Honigtau der Fichten-Knospenschildlaus Physokermes piceae; Rohstoff des Waldhonigs
Bestätigter Fakt[4]
Woran man sie erkennt
Der Baum wird über 50 m hoch, hat rotbraune oder graue Rinde, grüne, vierkantige, nach allen Seiten abstehende Nadeln und ist einhäusig.
Bestätigter Fakt[1]Die tschechische Datenbank Pladias verzeichnet die Gemeine Fichte als windbestäubt, ihre Blüten sind also keine Nektarquelle für Bienen.
Bestätigter Fakt[7]
Wann sie blüht
Info Flora gibt den Blütemonat der Gemeinen Fichte in der Schweiz mit Mai an.
Bestätigter Fakt[1]
Wo sie wächst
In der Schweiz wächst sie in Wäldern auf sauren Böden von der kollinen bis zur subalpinen Stufe, in den tieferen Lagen des Mittellandes ist sie aber nicht ursprünglich.
Bestätigter Fakt[1]
Was sie Bienen bietet
Nach dem Rundbrief der deutschen Bieneninstitute kommen an der Fichte zwei Knospenschildlaus-Arten und fünf Rindenlaus-Arten vor.
Bestätigter Fakt[3]Die beiden Fichten-Knospenschildläuse, auch Lecanien (Physokermes) genannt, beginnen oft schon im Mai mit der Honigtauproduktion.
Bestätigter Fakt[3]Der Schweizer Waldschutzdienst der WSL stellt in seinem Merkblatt zu Physokermes piceae fest, dass Bienen den Honigtau der Fichten-Knospenschildläuse sammeln und dass er ein wichtiger Rohstoff für Waldhonig ist.
Bestätigter Fakt[4]
Honig
Der baden-württembergische Bienenweidekatalog nennt Fichten und Tannen als die wichtigsten reinen Honigtaulieferanten, mit pollenfreien Trachten, die oft in die sonst magere zweite Sommerhälfte fallen.
Bestätigter Fakt[2]Honigtau wird von pflanzensaugenden Insekten erzeugt, die Pflanzensaft aufnehmen, das benötigte Eiweiß herausfiltern und den Überschuss, vor allem Zucker und Wasser, ausscheiden.
Bestätigter Fakt[2]Eine PLOS-ONE-Studie in Baden-Württemberg beprobte Honigtau an der Fichte von den Schildläusen Physokermes piceae und P. hemicryphus sowie den Läusen Cinara pilicornis und Cinara piceae.
Bestätigter Fakt[5]In dieser Studie hatte der Honigtau der Fichtenlaus Cinara piceae den höchsten Anteil des Trisaccharids Melezitose, während Physokermes-Honigtau an der Fichte deutlich geringere Anteile aufwies.
Bestätigter Fakt[5]Melezitosereicher Honigtau ergibt den sogenannten Zementhonig, der in den Waben hart und hellgrau kristallisiert und nicht geschleudert werden kann.
Bestätigter Fakt[6]
Quellen
- Info Flora (2018+). Picea abies (L.) H. Karst.. Online flora of Switzerland (descriptions from Flora Helvetica 2018). Info Flora, Geneva/Bern. Link
- Ministerium fuer Laendlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Wuerttemberg (2019). Bienenweidekatalog. 6. aktualisierter Nachdruck, Oktober 2019 (Drucknummer 14-2019-24). Stuttgart. Link
- Fischer, J. (2023). Am Bienenstand: Honigtautracht. Bienen@Imkerei 16/2023, 19.06.2023. Joint newsletter of the German bee institutes (DLR Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen, LWG Institut fuer Bienenkunde und Imkerei Veitshoechheim, LLH Bieneninstitut Kirchhain, Landesanstalt fuer Bienenkunde Hohenheim, Laenderinstitut fuer Bienenkunde Hohen Neuendorf, LWK NRW). Link
- Waldschutz Schweiz, Eidg. Forschungsanstalt WSL. Diagnose online, Merkblatt 186: Grosse Fichtenquirlschildlaus (Physokermes piceae). Link
- Shaaban, B., Seeburger, V., Schroeder, A., Lohaus, G. (2020). Sugar, amino acid and inorganic ion profiling of the honeydew from different hemipteran species feeding on Abies alba and Picea abies. PLoS ONE 15(1): e0228171. doi:10.1371/journal.pone.0228171 Link
- Binder-Koellhofer, B. (2022). Waldhonig - etwas ganz Besonderes. Bienen@Imkerei 16/2022, 17.06.2022. Joint newsletter of the German bee institutes (DLR Fachzentrum Bienen und Imkerei Mayen, LWG Veitshoechheim, LLH Bieneninstitut Kirchhain, Landesanstalt fuer Bienenkunde Hohenheim, Laenderinstitut fuer Bienenkunde Hohen Neuendorf, LWK NRW). Link
- Pladias: Database of the Czech Flora and Vegetation. Taxon data for Picea abies. Masaryk University Brno et al. Link
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