Entscheidung 08 von 8
Die erste Saison: wie das erste Jahr aussieht
Eine Skizze des ersten Jahres mit Bienen in Mitteleuropa, Jahreszeit für Jahreszeit, vom Frühjahrsableger bis zum ersten Winter.
Gilt für: Imkeranfänger in Mitteleuropa, vor allem Deutschland (praktische Anleitung von deutschen Landesinstituten; Recht für DE, AT, CH; CZ und PL nur über Verlustzahlen); Honigbienen, Apis mellifera Region: Mitteleuropa
Zuerst entscheiden: Woher die Bienen kommen, Anmeldung und Recht: was vor und nach den ersten Bienen geschehen muss, Ausrüstung und das erste Budget: was Sie brauchen und was es kostet
Diese Entscheidung legt fest: wie viel Zeit das erste Jahr kosten wird und wann, damit der Anfänger Urlaub und Arbeit um die Schwarmzeit und den Spätsommer herum planen kann; dass es im ersten Jahr darum geht, ein Volk aufzubauen und am Leben zu halten, nicht darum, Honig zu ernten; dass die Spätsommerfütterung und die gesetzlich vorgeschriebene Varroabekämpfung feste Bestandteile des Kalenders sind, keine Extras, und vor August gelernt werden müssen; wann ein Problem dem Bieneninspektor oder der Veterinärbehörde gemeldet werden muss, statt es allein zu lösen

Frühjahr bis Frühsommer: ein Ableger ist noch kein Volk
Das bayerische Bieneninstitut (LWG) beschreibt ein Jungvolk (Ableger) als etwas, das während der Schwarmzeit aus einem etablierten Volk gebildet wird und erst im folgenden Jahr als Wirtschaftsvolk stehen soll.Bestätigter Fakt, Quelle 4 Ein im Mai gebildeter Ableger, der seine eigene Königin aufzieht, beginnt nach drei bis vier Wochen mit der Eiablage, laut dem Institut Kirchhain (Hessen, Deutschland).Bestätigter Fakt, Quelle 3 Jungvölker sind kleiner als etablierte Völker und sollten mit Blick auf die Überwinterung ab Mitte Juni wieder wachsen, schreibt das bayerische Bieneninstitut (LWG).Bestätigter Fakt, Quelle 17 Die LWG sagt, ein frischer Ableger müsse unbedingt gefüttert werden, wann immer keine Tracht herrscht; die ausgebaute Mittelwand zeigt, ob der Ableger in Ordnung ist und wann er das nächste Blatt braucht.Bestätigter Fakt, Quelle 4 Die LWG rät, einem Ableger beim Umsetzen in eine volle Zarge zunächst nur zwei Erweiterungsrähmchen zu geben: Zu viele auf einmal werden von den Bienen nur überlaufen, als Fußmatte benutzt, und die Königin bestiftet sie dann ungern.Bestätigter Fakt, Quelle 16
Wie oft man hineinschaut, und warum nicht öfter
Das bayerische Bieneninstitut stellt klar fest, dass jede Durchsicht eine Störung für die Bienen ist und deshalb nur mit einem Zweck erfolgen sollte.Bestätigter Fakt, Quelle 1 Der LWG-Rhythmus für Bayern: alle zwei Wochen von Mitte oder Ende März bis Ende April, wöchentlich während der Schwarmzeit bis etwa Mitte Juni, danach wieder alle zwei Wochen.Bestätigter Fakt, Quelle 1 Eine Durchsicht beantwortet eine kurze Liste von Fragen: Ist die Königin da, ist Platz für Brut und Vorräte, ist genug Futter da, liegt die Varroa unter der Schadschwelle.Bestätigter Fakt, Quelle 1 Dasselbe Institut ergänzt, dass das Volk nicht jedes Mal vollständig auseinandergenommen werden muss, um diese Zeichen zu lesen.Bestätigter Fakt, Quelle 1 Im Spätwinter lassen sich laut dem Hohenheimer Institut (Baden-Württemberg) Weiselrichtigkeit und Futter oft von außen beurteilen: die Beute von hinten anheben und an einem sonnigen Tag beobachten, ob Sammlerinnen Pollen eintragen.Bestätigter Fakt, Quelle 15
Schwarmzeit und die Frage nach dem Honig
Die natürliche Vermehrung des Volkes, das Schwärmen, erreicht in Bayern laut dem LWG-Kalender des Bienenjahres meist im Mai ihren Höhepunkt.Bestätigter Fakt, Quelle 7 Wöchentliche Kontrollen in der Schwarmzeit sind der Standard der Institute; auf die ersten Zeichen, Spielnäpfchen und Eier in Weiselzellen, lässt sich oft mit mehr Platz antworten, lieber früh als spät.Bestätigter Fakt, Quelle 2 Das zweite Werkzeug, das die Institute für Anfänger nennen, ist das Teilen: Brutwaben für einen Ableger oder Bienen für einen Kunstschwarm zu entnehmen lenkt den Schwarmtrieb früh.Bestätigter Fakt, Quelle 2 In Bayern setzt der LWG-Kalender die Ernte der Frühtracht auf Ende Mai oder Anfang Juni und die Ernte der Sommertracht um Mitte Juli an.Bestätigter Fakt, Quelle 7 Die Anleitung der Institute behandelt ein Volk im ersten Jahr als etwas, das aufgebaut und gefüttert wird, nicht geerntet: Die LWG sagt, man überwintere keine Ableger, man überwintere Völker.Bestätigter Fakt, Quelle 4
Spätsommer: Einfüttern für den Winter und die Varroapflicht
In Bayern beginnt die Hauptfütterungsphase im August und sollte um den 10. September abgeschlossen sein; die LWG sagt den Imkern, sie sollten rechtzeitig beginnen.Bestätigter Fakt, Quelle 6 Das Institut Kirchhain (Hessen) gibt Mengen nach Beutengröße an: Eine Zarge mit Deutsch-Normal- oder Zander-Rähmchen braucht 14 bis 15 kg Vorräte, zwei Zargen 20 bis 22 kg, eingelagert bis Mitte September.Bestätigter Fakt, Quelle 5 Für ein Volk im ersten Jahr ist das Kirchhainer Ziel mindestens eine volle Zarge und 14 kg Vorräte bei der Einwinterung im Oktober.Bestätigter Fakt, Quelle 3 In Deutschland ist die Varroabekämpfung eine gesetzliche Pflicht: Die Bienenseuchen-Verordnung verpflichtet den Besitzer eines befallenen Bienenstands, jedes Jahr alle Völker des Stands gegen die Varroose zu behandeln.Bestätigter Fakt, Quelle 9
Winter: Ruhe, Verluste und die Zahlen, mit denen zu rechnen ist
Nach den Herbstarbeiten bittet die LWG die Imker, die Völker für den Rest des Winters in Ruhe zu lassen, mit nur gelegentlichen Rundgängen am Stand, damit Schäden nach Stürmen oder anderen Störungen rechtzeitig bemerkt werden.Bestätigter Fakt, Quelle 8 Ein gewisser Verlust ist normal. In der COLOSS-Erhebung für den Winter 2019/20 lag die Gesamtverlustrate in 37 Ländern bei 18,1 Prozent; Deutschland 18,4, Österreich 13,2, Schweiz 13,2, Tschechien 20,8, Polen 13,9.Bestätigter Fakt, Quelle 12 Dieselbe Studie fand, dass kleinere Betriebe mehr Völker verlieren als größere, und das ist die Kategorie des Anfängers.Bestätigter Fakt, Quelle 12 Die deutschen Verluste schwanken von Jahr zu Jahr: Die Umfrage des Instituts Mayen ergab 11 bis 13 Prozent für den Winter 2022/23, während es für den Winter 2024/25 berichtete, dass knapp 80 Prozent der 2024 eingewinterten Völker überlebten, ein Verlust von etwas über 20 Prozent, deutlich über dem langjährigen Mittel.Bestätigter Fakt, Quelle 11 Österreich meldete 9,7 Prozent Winterverluste für den Winter 2025/26 (die Mitteilung der Universität Graz vom Mai 2026 spricht vom vergangenen Winter) von mehr als 1.100 Imkern; die Schweiz meldete 15 Prozent für den Winter 2022/23 von etwa 1.451 Imkern (Umfrage von apisuisse mit Agroscope).Bestätigter Fakt, Quelle 13
Anfängerfehler, und wen man anruft
Das Institut Mayen sagt, die meisten Winterverluste seien kein Schicksal, sondern gingen in den meisten Fällen auf erhöhte Varroabelastung zurück und lägen daher in der Hand des Imkers.Bestätigter Fakt, Quelle 11 Räuberei ist der klassische Fütterungsfehler. Kirchhain nennt ihre Ursachen: schlampiges Arbeiten, undichte Futtergeräte, stark riechendes Futter und Füttern bei Tag in Sonne und Wärme. Oft verursacht sie der Imker.Bestätigter Fakt, Quelle 5 Verhungern im Spätwinter ist eine weitere genannte Verlustursache; das Hohenheimer Institut beschreibt das Zeichen: viele tote Bienen kopfvoran in den Zellen oberhalb des Brutbereichs.Bestätigter Fakt, Quelle 15 In der Schweiz stellt das kantonale Veterinäramt Basel-Stadt fest, dass, wer Bienen hält oder betreut, Verdachtsfälle dem Bieneninspektor melden muss und dass die Amerikanische Faulbrut und die Europäische Faulbrut zu bekämpfende Seuchen und daher meldepflichtig sind; andere Kantone führen eigene Inspektorate unter denselben eidgenössischen Tierseuchenregeln.Bestätigter Fakt, Quelle 14 In Österreich muss der Besitzer eines Volkes jeden Verdacht auf eine vom Bienenseuchengesetz erfasste Krankheit unverzüglich der Bezirksbehörde melden und die von der Behörde angeordneten Maßnahmen durchführen.Bestätigter Fakt, Quelle 10
Die Kette der Entscheidungen
- 01Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnendie erste Entscheidung
- 02Lernen vor der ersten Bienenach: Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnen
- 03Wo man einen Bienenstand aufstelltnach: Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnen
- 04Beute und Rähmchen wählen: eine Entscheidung für Jahrenach: Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnen; Lernen vor der ersten Biene
- 05Woher die Bienen kommennach: Beute und Rähmchen wählen: eine Entscheidung für Jahre; Wo man einen Bienenstand aufstellt
- 06Ausrüstung und das erste Budget: was Sie brauchen und was es kostetnach: Beute und Rähmchen wählen: eine Entscheidung für Jahre; Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnen
- 07Anmeldung und Recht: was vor und nach den ersten Bienen geschehen mussnach: Wo man einen Bienenstand aufstellt; Woher die Bienen kommen
- 08Die erste Saison: wie das erste Jahr aussiehtnach: Woher die Bienen kommen; Anmeldung und Recht: was vor und nach den ersten Bienen geschehen muss; Ausrüstung und das erste Budget: was Sie brauchen und was es kostet
Quellen
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Fachzentrum Bienen, Veitshöchheim: Volkskontrollen (PDF of the institute web page) Link
- Poker, V. (Landwirtschaftskammer NRW, Bienenkunde Münster): Schwarmkontrolle. Bienen@Imkerei Infobrief 08/2023, 21 April 2023, joint newsletter of the German state bee institutes Link
- Petzoldt-Treibert, K. (LLH Bieneninstitut Kirchhain): Jungvolkpflege. Bienen@Imkerei Infobrief 13/2025, 13 June 2025 Link
- Bartsch, B. and LWG Veitshöchheim: Bildung Jungvolk / Am Bienenstand. Bienen@Imkerei Infobrief 09/2021, 30 April 2021 Link
- Petzoldt-Treibert, K. (LLH Bieneninstitut Kirchhain): Füttern und Räuberei. Bienen@Imkerei Infobrief 20/2025, 1 August 2025 Link
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Fachzentrum Bienen: Spätsommerpflege (institute web page, PDF) Link
- Fischer, J. (Fachberater für Bienenzucht, LWG Institut für Bienenkunde und Imkerei): Das Bienenjahr (slide deck, 2022 file) Link
- Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Fachzentrum Bienen: Herbst- und Winterarbeiten (institute web page, PDF) Link
- Bienenseuchen-Verordnung (BienSeuchV), § 15 Varroatose. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de Link
- Bienenseuchengesetz, BGBl. Nr. 290/1988 (Austria), §§ 1, 3, 4. Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS) Link
- Otten, C. (Fachzentrum Bienen und Imkerei, DLR Westerwald-Osteifel, Mayen): Jahresrückblick. Bienen@Imkerei Infobrief 29/2025, 19 December 2025 Link
- Gray, A., Adjlane, N., Arab, A., Ballis, A., Brusbardis, V., Charrière, J.-D. et al. (2022): Honey bee colony loss rates in 37 countries using the COLOSS survey for winter 2019-2020: the combined effects of operation size, migration and queen replacement. Journal of Apicultural Research, doi:10.1080/00218839.2022.2113329 Link
- University of Graz, news release, 20 May 2026: A good winter for honeybees: mortality rate in Austria below ten per cent (survey led by Robert Brodschneider) Link
- Kanton Basel-Stadt, Gesundheitsdepartement, Kantonales Veterinäramt: Bieneninspektorat (official page) Link
- Wallner, K. (Landesanstalt für Bienenkunde, Universität Hohenheim): Frühjahrsdurchsicht / Am Bienenstand. Bienen@Imkerei Infobrief 04/2021, 12 March 2021 Link
- Feuchtmeyer, R. (Staatliche Fachberaterin für Bienenzucht Oberpfalz, LWG): Jungvolkpflege. Bienen@Imkerei Infobrief 15/2020, 12 June 2020 Link
- Müller-Engler, G. (LWG Institut für Bienenkunde und Imkerei, Veitshöchheim): Alles neu macht der Mai! Neue Bienenvölker, neue Königinnen! Bienen@Imkerei Infobrief 13/2022, 27 May 2022 Link
Zuletzt geprüft: 21. Oktober 2026. Jede Aussage in diesem Artikel wurde mit der zitierten Quelle abgeglichen. Einen Fehler entdeckt? Melden.