Honey Odyssey

Entscheidung 05 von 8

Woher die Bienen kommen

Welche Biene man wählt, was man kauft, wann man es kauft und welche Papiere ein Volk in Deutschland, in Österreichs Ländern und in der Schweiz begleiten müssen.

Gilt für: Imkeranfänger in Deutschland, Österreich und der Schweiz; Honigbienen, Apis mellifera   Region: Deutschland, Österreich, Schweiz

Zuerst entscheiden: Beute und Rähmchen wählen: eine Entscheidung für Jahre, Wo man einen Bienenstand aufstellt

Diese Entscheidung legt fest: mit welcher Unterart oder Linie der Bienenstand beginnt, was später die Königinnenzucht, die Drohnennachbarschaft und in Kärnten die Rechtskonformität festlegt; ob die erste Saison mit einem Ableger, einem Kunstschwarm, einem Schwarm oder einem ganzen Volk beginnt, was festlegt, wie viel Honig und wie viel Fütterung im ersten Jahr zu erwarten sind; mit wie vielen Völkern und in welchem Monat man beginnt; welche Gesundheitsbescheinigung oder Meldung nötig ist, bevor die Bienen an den neuen Standort kommen

Woher die Bienen kommen
Foto: USGS Bee Inventory and Monitoring Lab, CC BY 2.0

Welche Bienen in Deutschland, Österreich und der Schweiz leben

In Bayern ist die Carnica-Biene, Apis mellifera carnica, auch Krainer Biene oder graue Biene genannt, die am weitesten verbreitete gehaltene Rasse, laut dem Anfängerkurs des staatlichen Bieneninstituts.Bestätigter Fakt, Quelle 1 Die ursprünglich heimische Honigbiene der Region war die Dunkle Biene, Apis mellifera mellifera, merkt derselbe bayerische Kurs an.Bestätigter Fakt, Quelle 1 Buckfast ist eine Rassenkreuzung von Apis mellifera mit Ursprung in der Abtei Buckfast in Südengland, laut dem bayerischen Kurs.Bestätigter Fakt, Quelle 1 In Oberösterreich wird die Carnica als heimische Rasse bezeichnet: Die Seite des Landes zu seinem Bienenzuchtgesetz beschreibt Belegstellen, die der Reinzucht von Königinnen und Drohnen der heimischen Carnica-Rasse dienen.Bestätigter Fakt, Quelle 14 Das Schweizer Forschungsinstitut FiBL beschreibt die Dunkle Biene als die einzige ursprünglich nördlich der Alpen sowie in Nord- und Osteuropa heimische Honigbiene, mit guter Kältetoleranz.Bestätigter Fakt, Quelle 11

Die Mischung der Schweiz, und wie man eine Linie wählt

Ein Agroscope-Bericht von 2021 für das Schweizer Bundesamt für Umwelt stellt fest, dass Apis mellifera mellifera die in der Schweiz nördlich der Alpen heimische Unterart der Honigbiene ist.Bestätigter Fakt, Quelle 10 Die Carnica wurde um 1950 in die Schweiz eingeführt und ist heute die dort am stärksten gezüchtete Unterart, sagt derselbe Bericht.Bestätigter Fakt, Quelle 10 Buckfast-Bienen breiteten sich in der Schweiz in den 1980er Jahren aus, und viele bewirtschaftete Schweizer Völker sind heute Hybriden, bekannt als Swiss Mix.Bestätigter Fakt, Quelle 10 Eine im Bericht zitierte Schätzung setzt die reinen Völker der Dunklen Biene in der Schweiz mit etwa 5.000 an, ungefähr 3 Prozent aller Völker; der Bericht betont, dass genaue Zahlen nach Rasse nicht existieren.Statistische Schätzung, Quelle Schätz. 10 Die praktische Regel des bayerischen Instituts für Anfänger lautet, eine Rasse zu wählen, die auch in der Nachbarschaft gehalten wird, weil die Rasse rund um den Bienenstand die natürliche Paarung beeinflusst.Bestätigter Fakt, Quelle 2 In Kärnten, Österreich, ist das Halten von Bienen, die nicht der Rasse Carnica angehören, ohne Bewilligung nach § 11 des Kärntner Bienenwirtschaftsgesetzes eine strafbare Handlung.Bestätigter Fakt, Quelle 13

Was man kauft: Ableger, Kunstschwarm, Schwarm oder ganzes Volk

Ein im laufenden Jahr gebildeter Ableger ist der günstigste Einstieg, doch das bayerische Institut warnt, dass er in seiner ersten Saison keine nennenswerte Honigernte bringt.Bestätigter Fakt, Quelle 2 Manche Vereine geben Anfängern gern ein Jungvolk, einen Ableger, laut einem Leitfaden des bayerischen Bienenzentrums für Schulbienenstände.Bestätigter Fakt, Quelle 3 Das Bieneninstitut Mayen rät, Völker zusammen mit ihren Waben und ihrem Brutnest zu kaufen, gemeinsam mit dem Verkäufer an dessen Bienenstand durchgesehen; ein Völkerkauf ist Vertrauenssache.Bestätigter Fakt, Quelle 7 Kunstschwärme, die im Frühjahr online mit einer angeblich im laufenden Jahr begatteten Königin verkauft werden, sollte man kritisch betrachten; Kunstschwärme mit jungen Königinnen aus deutschen Bienenständen gibt es erst im Sommer.Bestätigter Fakt, Quelle 7 Das bayerische Institut warnt, dass der Gesundheitszustand eines Schwarms unbekannter Herkunft unklar ist und dass fremde Schwärme besondere Aufmerksamkeit in Sachen Gesundheit brauchen.Bestätigter Fakt, Quelle 4

Lokal kaufen, im Frühjahr kaufen und mit mehr als einem Volk beginnen

Ortsvereine, Kreisverbände und Lehrbienenstände in Deutschland veranstalten oft Bienenmärkte oder Börsen, auf denen Wirtschaftsvölker, Ableger und Königinnen gekauft werden können.Bestätigter Fakt, Quelle 1 Das Blatt des bayerischen Instituts zur Krankheitsvorbeugung bringt es auf drei Worte: keine Bienenimporte. Das Institut Mayen stimmt zu, dass Völker aus anderen Ländern tabu sein sollten.Bestätigter Fakt, Quelle 4 In der Schweiz ist der Import von Bienen rechtlich möglich, aber, wie es der Walliser Veterinärdienst ausdrückt, dringend abzuraten; Importe folgen einem sehr strengen Verfahren, und die Bienen kommen bei der Ankunft in Quarantäne.Bestätigter Fakt, Quelle 16 Das bayerische Institut empfiehlt, Völker im Frühjahr zu kaufen, damit ein Anfänger nicht schon in den allerersten Monaten das Risiko der Überwinterung trägt.Bestätigter Fakt, Quelle 1 Dasselbe Institut schlägt drei bis fünf Einheiten für einen Start vor, und ein Leitfaden für Schulbienenstände sagt zwei Völker statt einem, weil manche Eingriffe ein zweites Volk brauchen.Bestätigter Fakt, Quelle 2

Papiere, die mit den Bienen reisen

In Deutschland verlangt § 5 der Bienenseuchen-Verordnung für Völker, die an einen anderen Ort verbracht werden, eine Bescheinigung des Amtstierarztes des Herkunftsorts, die unverzüglich der Behörde am neuen Standort vorzulegen ist.Bestätigter Fakt, Quelle 9 Die deutsche Bescheinigung muss ausweisen, dass die Bienen frei von Amerikanischer Faulbrut befunden wurden und dass der Herkunftsort nicht in einem Faulbrut-Sperrbezirk liegt; sie darf nicht älter als neun Monate sein.Bestätigter Fakt, Quelle 9 In Österreich sind Wanderbescheinigungen Sache des Landesrechts. Das Burgenländische Bienenzuchtgesetz (1965) verlangt eine Bescheinigung des Amtstierarztes über Seuchenfreiheit, nicht älter als neun Monate und nur im Ausstellungsjahr gültig, die beim Bürgermeister zu hinterlegen ist, bevor Wandervölker aufgestellt werden.Bestätigter Fakt, Quelle 12 In der Schweiz verlangt die eidgenössische Tierseuchenverordnung (Art. 19a TSV), dass ein Imker die Bieneninspektoren des alten und des neuen Standorts benachrichtigt, bevor er Bienen in einen anderen Inspektionskreis verbringt; der Kanton St. Gallen will sein Formular mindestens drei Arbeitstage vorher, Graubünden verlangt eine schriftliche Meldung zehn Tage im Voraus.Bestätigter Fakt, Quelle 15

Wie ein gesunder Ableger aussieht

Ein sicheres Zeichen für eine legende Königin, sagt das bayerische Institut, sind Eier, die noch aufrecht in den Zellen stehen: Sie war zumindest vor sehr kurzer Zeit im Volk.Bestätigter Fakt, Quelle 5 Ein lückenhaftes Brutnest ist das häufigste sichtbare Zeichen einer Brutkrankheit, und ein neues Volk sollte eine junge Königin haben, laut dem bayerischen Leitfaden zum Bienenkauf.Bestätigter Fakt, Quelle 2 Frische Eier und junge Brut sind die ersten guten Zeichen, nachdem eine Königin zu legen beginnt; erst ein geschlossenes Brutnest bei einer späteren Kontrolle bestätigt, dass das neue Volk erfolgreich weiselrichtig ist, schreibt das Institut in Veitshöchheim.Bestätigter Fakt, Quelle 8 Der bayerische Standard für an Kunden verkaufte Jungvölker verlangt eine legende Königin aus dem laufenden Jahr, fünf besetzte Waben im Juni oder acht im Juli und mindestens 2,5 kg Vorräte bei der Übergabe im Sommer.Bestätigter Fakt, Quelle 6 Derselbe Standard verlangt, dass Jungvölker keine erkennbaren Krankheitszeichen zeigen, und das Institut Mayen merkt an, dass der Begattungserfolg einer neuen Königin an ihrer ersten verdeckelten Brut geprüft wird.Bestätigter Fakt, Quelle 6

Die Kette der Entscheidungen

  1. 01Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnendie erste Entscheidung
  2. 02Lernen vor der ersten Bienenach: Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnen
  3. 03Wo man einen Bienenstand aufstelltnach: Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnen
  4. 04Beute und Rähmchen wählen: eine Entscheidung für Jahrenach: Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnen; Lernen vor der ersten Biene
  5. 05Woher die Bienen kommennach: Beute und Rähmchen wählen: eine Entscheidung für Jahre; Wo man einen Bienenstand aufstellt
  6. 06Ausrüstung und das erste Budget: was Sie brauchen und was es kostetnach: Beute und Rähmchen wählen: eine Entscheidung für Jahre; Warum Bienen halten, und mit wie vielen Völkern beginnen
  7. 07Anmeldung und Recht: was vor und nach den ersten Bienen geschehen mussnach: Wo man einen Bienenstand aufstellt; Woher die Bienen kommen
  8. 08Die erste Saison: wie das erste Jahr aussiehtnach: Woher die Bienen kommen; Anmeldung und Recht: was vor und nach den ersten Bienen geschehen muss; Ausrüstung und das erste Budget: was Sie brauchen und was es kostet

Quellen

  1. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Institut für Bienenkunde und Imkerei, Veitshöchheim. Schulungsunterlagen Basisteil, Anfängerkurs Bienenhaltung (undated PDF). Link
  2. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Fachzentrum Bienen, Veitshöchheim. Beschaffung von Bienen (Wie komme ich zu Bienen?) (undated PDF). Link
  3. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Fachzentrum Bienen, Veitshöchheim. Bienen in der Schule: Grundüberlegungen und Vorarbeiten (undated PDF). Link
  4. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Fachzentrum Bienen, Veitshöchheim. Vorbeugemaßnahmen: Bienenkrankheiten, section Bienen beschaffen (undated PDF). Link
  5. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Fachzentrum Bienen, Veitshöchheim. Beurteilung der Königinnensituation: Ist das Volk weiselrichtig? (undated PDF). Link
  6. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Fachzentrum Bienen, Veitshöchheim. Standard-Vermehrungsbetrieb: Standard Jungvolkbildung (undated PDF). Link
  7. Otten, C. (DLR Westerwald-Osteifel, Fachzentrum Bienen und Imkerei, Mayen) et al. Bienen@Imkerei Infobrief 03/2024: Völkerkauf und Seuchenfreiheitsbescheinigungen, 7 March 2024. Link
  8. Müller-Engler, G. (LWG Institut für Bienenkunde und Imkerei, Veitshöchheim). Alles neu macht der Mai! Neue Bienenvölker, neue Königinnen! Bienen@Imkerei Infobrief 13/2022, 27 May 2022. Link
  9. Bienenseuchen-Verordnung (BienSeuchV), § 5 Verbringen von Bienenvölkern. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de, current consolidated text. Link
  10. Parejo, M., Dietemann, V., Praz, C. (2021, online version 15 Dec 2023). Der Status freilebender Völker der Dunklen Honigbiene (Apis mellifera mellifera) in der Schweiz: Literatursynthese und Expertenempfehlungen. Agroscope and Infofauna-CSCF for the Bundesamt für Umwelt (BAFU). Link
  11. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL), Frick. Medienmitteilung: Aggressivere Bienen haben die Rüsselchen vorn, 5 April 2022. Link
  12. Burgenländisches Bienenzuchtgesetz, LGBl. Nr. 14/1965 idF LGBl. Nr. 5/1970, § 11 Anmeldung der Zuwanderung. Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS). Link
  13. Kärntner Bienenwirtschaftsgesetz (K-BiWG), LGBl. Nr. 63/2007 idF LGBl. Nr. 85/2013, § 17 Strafbestimmungen. Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS). Link
  14. Land Oberösterreich. Bienenzuchtrecht (official web page on the Upper Austrian beekeeping law, undated). Link
  15. Kanton St. Gallen, Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (AVSV), Veterinärdienst. Bienenverkehr innerhalb der Schweiz (form and notes on Art. 19a TSV, undated PDF). Link
  16. Canton du Valais, Service de la consommation et affaires vétérinaires (SCAV). Apiculture (official web page, undated). Link

Zuletzt geprüft: 21. Oktober 2026. Jede Aussage in diesem Artikel wurde mit der zitierten Quelle abgeglichen. Einen Fehler entdeckt? Melden.