Bienenpflanze, Mitteleuropa
Borago officinalis
Borretsch, Gurkenkraut
Borretsch ist ein borstiges einjähriges Kraut mediterraner und westasiatischer Herkunft, das in mitteleuropäischen Gärten und Blühmischungen angebaut wird und gelegentlich verwildert. Info Flora gibt Mai bis August als Blütezeit an. Eine polnische Feldstudie maß etwa 1,2 mg Nektarzucker und 1,1 mg Pollen je Blüte, und Bienen machten 73 Prozent der Besuche aus.

Was wir wissen
Woran man sie erkennt
Borretsch ist 20 bis 70 cm hoch, mit steifen, stechenden Haaren und fleischigen Stängeln; die lanzettlichen Blätter haben wellige, unregelmäßig gezähnte Ränder.
Bestätigter Fakt[1]Die himmelblauen, selten lila Blüten sind 2 bis 3 cm breit, mit kurzer Röhre, fünf flachen, spitzen Zipfeln und hervorstehenden weißen Schlundschuppen.
Bestätigter Fakt[1]
Wann sie blüht
Wo sie wächst
In der Schweiz kommt er in Weinbergen, auf Ruderalflächen und in angesäten Buntbrachen vor, kultiviert und gelegentlich verwildert, in der kollinen bis montanen Stufe.
Bestätigter Fakt[1]
Was sie Bienen bietet
In einem dreijährigen Versuch in Lublin, Polen, produzierte eine Borretschblüte im Durchschnitt 4,0 mg Nektar mit 31,5 Prozent Zucker, also etwa 1,2 mg Zucker.
Bestätigter Fakt[3]Dieselbe Studie maß etwa 1,1 mg Pollen je Blüte und schätzte, dass ein Quadratmeter Bestand etwa 5,2 g Nektarzucker und ebenso viel Pollen liefert.
Statistische Schätzung[3]Bienen machten im polnischen Versuch 73 Prozent aller Insektenbesuche an Borretschblüten aus, und Bestäuber erhöhten den Fruchtansatz um 43 Prozent.
Bestätigter Fakt[3]
Honig
Die LWG Bayern weist darauf hin, dass Nektar und Pollen des Borretschs Pyrrolizidinalkaloide enthalten, sein geringer Anteil und seine späte Blüte in Mischungen aber nur selten zu positiven Befunden im Honig führten.
Angabe des Betriebs[4]
Im Garten
Die LWG Bayern beschreibt Borretsch und Ringelblume als gute Bienenweidepflanzen im ersten Jahr eines angesäten Wildblumenstreifens.
Angabe des Betriebs[4]
Menschen
Info Flora stuft Borretsch als Neophyten mit ursprünglich mediterraner und westasiatischer Verbreitung ein.
Bestätigter Fakt[1]Die deutschen Direktzahlungsregeln führen Borago officinalis unter den pollen- und nektarreichen Arten, die auf Brachflächen mit Honigpflanzen zulässig sind.
Bestätigter Fakt[5]
Quellen
- Info Flora, das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Species page: Borago officinalis L. Description text from Flora Helvetica (2018). Accessed 29 Oct 2026. Link
- Pladias, Database of the Czech Flora and Vegetation. Taxon data: Borago officinalis. Accessed 29 Oct 2026. Link
- Stawiarz, E., Wróblewska, A., Masierowska, M. & Sadowska, D. (2020). Flowering, Forage Value, and Insect Pollination in Borage (Borago officinalis L.) Cultivated in SE Poland. Journal of Apicultural Science 64(1): 77-89. doi:10.2478/jas-2020-0005. Abstract read via DOAJ. Link
- Marzini, K. & Illies, I. (2019). Veitshöchheimer Bienenweide auf ökologischen Vorrangflächen im Greening. LWG aktuell. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), Veitshöchheim. Link
- Direktzahlungen-Durchführungsverordnung (DirektZahlDurchfV), Anlage 5 (zu § 32a Absatz 2 Satz 1 und Absatz 3): Zulässige Arten auf für Honigpflanzen genutztem brachliegendem Land. Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de. Fundstelle BAnz AT 29.03.2018 V1. Link
Zuletzt geprüft: 30. Oktober 2026. Jede Aussage auf dieser Seite wurde mit der zitierten Quelle abgeglichen.