Bienenpflanze, Mitteleuropa
Impatiens glandulifera
Drüsiges Springkraut, Indisches Springkraut
Das Drüsige Springkraut ist eine bis zu 2 m hohe einjährige Pflanze aus dem westlichen Himalaya, die von Juli bis September an Bächen und in Auenwäldern rosa blüht. Ihr reichlicher Nektar zieht Bienen und Hummeln an, doch sie steht auf der Unionsliste der invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung und ist in der Schweiz verboten, darum darf sie nicht gepflanzt oder ausgesät werden.

In Teilen der Region invasiv
Unionsliste der invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung der EU (Durchführungsverordnung (EU) 2017/1263 der Kommission), damit verbindlich in Deutschland, Österreich, Tschechien und Polen; Schweiz: Schwarze Liste und verbotener Organismus nach der Freisetzungsverordnung (FrSV); Tschechien: invasiver Neophyt (Pyšek et al. 2022); Deutschland: BfN-Neobiota-Handbuch (Agriophyt; Art der Unionsliste). Dichte einjährige Bestände entlang von Flüssen verdrängen die einheimische Ufervegetation; nach dem Absterben der Stängel im Herbst bleibt offener Boden ohne lebende Wurzeln zurück und erodiert; die Samen werden bis zu 7 m weit geschleudert. Das BfN sagt, dass Aussaaten durch Imker außerhalb von Siedlungen unterbleiben sollten. Wir empfehlen nicht, sie zu pflanzen.
Bestätigter Fakt[3]Was wir wissen
Woran man sie erkennt
Die Pflanze wird bis zu 2 m hoch, ist meist unverzweigt und kahl, mit leuchtend rosa Blüten in aufrechten Trauben zu 5 bis 20 und einem gekrümmten Sporn.
Bestätigter Fakt[1]
Wann sie blüht
Info Flora gibt die Blütezeit in der Schweiz mit Juli bis September an.
Bestätigter Fakt[1]
Wo sie wächst
In der Schweiz wächst sie an Bachufern und in Auenwäldern, ist seit etwa 1920 eingebürgert und breitet sich noch immer aus; sie stammt aus dem Himalaya.
Bestätigter Fakt[1]
Was sie Bienen bietet
Das BfN beschreibt ihr reichliches Nektarangebot als den Grund, warum sie Blütenbesucher anzieht, vor allem Bienen und Hummeln.
Bestätigter Fakt[2]In einer irischen Studie an Flussufern sonderte das Drüsige Springkraut schneller und mit höherer Zuckerkonzentration Nektar ab als das einheimische Zottige Weidenröschen und der Sumpf-Ziest, und langrüsselige Hummeln wie Bombus hortorum besuchten vor allem dieses.
Beobachtung[5]In österreichischen Citizen-Science-Pollenfallen lag Impatiens-Pollen im August und September an fünfter Stelle der von Honigbienen gesammelten Pollentypen, mit 6,1 Prozent der Pollenkörner.
Beobachtung[6]
Honig
In einem bayerischen LWG-Versuch zur Spättracht sammelten Völker, die an einem Standort mit Drüsigem Springkraut aufgestellt waren, überwiegend Phacelia-Pollen; Pollen der Springkrautfamilie machte im Durchschnitt nur vier Prozent aus.
Beobachtung[7]
Achtung: invasiv
Seit 2017 steht Impatiens glandulifera auf der Unionsliste der invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung der EU, aufgenommen durch die Durchführungsverordnung (EU) 2017/1263 der Kommission.
Bestätigter Fakt[3]In der Schweiz ist sie eine Art der Schwarzen Liste und steht auf der Liste der verbotenen Organismen der Freisetzungsverordnung.
Bestätigter Fakt[4]Entlang von Fließgewässern verdrängt sie die einheimische Ufervegetation; eine Pflanze bildet bis zu 2.500 Samen, und die aufspringenden Kapseln schleudern sie bis zu 7 m weit.
Bestätigter Fakt[4]Das deutsche BfN-Handbuch sagt, dass die Art oft absichtlich als Bienenweidepflanze verbreitet wurde und heute in Deutschland weit verbreitet und häufig ist.
Bestätigter Fakt[2]Das BfN rät, dass Imker die Pflanze außerhalb von Siedlungen nicht aussäen sollten und dass die Bekämpfung darauf zielen sollte, die Samenbildung zu verhindern, beginnend mit dem Erscheinen der ersten Blüten Ende Juli.
Bestätigter Fakt[2]In Tschechien ist es ein invasiver Neophyt, der in 531 Rasterfeldern nachgewiesen ist und zu den zwanzig am weitesten verbreiteten invasiven Taxa gehört.
Bestätigter Fakt[8]Die Universität Innsbruck merkt an, dass die Pflanze 1839 als Zier- und Bienenweidepflanze nach Europa gelangte, in Tirol heute bis etwa 1600 m steigt und dass ihre Massenbestände die Vielfalt verringern und das Erosionsrisiko erhöhen.
Bestätigter Fakt[9]
Quellen
- Info Flora. Impatiens glandulifera Royle (Drüsiges Springkraut). Online species page, Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora (description from Flora Helvetica 2018). Link
- Bundesamt für Naturschutz (BfN). Impatiens glandulifera. Neobiota.de Handbuch, Gefäßpflanzen, Artensteckbrief. Link
- Commission Implementing Regulation (EU) 2017/1263 of 12 July 2017 updating the list of invasive alien species of Union concern established by Implementing Regulation (EU) 2016/1141 pursuant to Regulation (EU) No 1143/2014. Annex. Link
- Schweizerische Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen (SKEW, now Info Flora) (2009) Impatiens glandulifera, Infoblatt (Drüsiges Springkraut). Copy hosted by bioaktuell.ch (FiBL). Link
- Nienhuis CM, Dietzsch AC, Stout JC (2009) The impacts of an invasive alien plant and its removal on native bees. Apidologie 40(4): 450-463. doi:10.1051/apido/2009005 Link
- Brodschneider R, Gratzer K, Kalcher-Sommersguter E, Heigl H, Auer W, Moosbeckhofer R, Crailsheim K (2019) A citizen science supported study on seasonal diversity and monoflorality of pollen collected by honey bees in Austria. Scientific Reports 9: 16633. doi:10.1038/s41598-019-53016-5 Link
- Illies I, Heidinger I (2022) Auswirkungen von Spättrachten auf die Ein- und Überwinterung von Bienenvölkern (Späte Trachten). Abschlussbericht, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Institut für Bienenkunde und Imkerei. Link
- Pyšek P, Sádlo J, Chrtek J Jr, Chytrý M, Kaplan Z, Pergl J et al. (2022) Catalogue of alien plants of the Czech Republic (3rd edition). Preslia 94: 447-577. doi:10.23855/preslia.2022.447. Table 6. Link
- Universität Innsbruck, Institut für Botanik. Neophyten in Tirol, Problemarten Steckbrief: Drüsiges Springkraut (Impatiens glandulifera). Link
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